MPS I
– Morbus Hurler / Scheie

Bei Patienten mit MPS I kann durch eine Genmutation das Enzym Alpha-Iduronidase nicht ausreichend oder gar nicht produziert werden. Man unterscheidet zwischen drei Formen: Der schwersten Verlaufsform Morbus Hurler (MPS I H), der milden Form Morbus Scheie (MPS I S) und allen Formen der MPS-I-Erkrankung, die nicht eindeutig der schweren oder milden Verlaufsform zugeordnet werden können, Morbus Hurler-Scheie (MPS I HS). Letztlich lässt nur die langfristige Beobachtung des Patienten eine Beurteilung des Schweregrades zu. Jeder Patient hat somit seine eigene, individuelle Form der Erkrankung hinsichtlich Krankheitsschwere, -verlauf und Organbeteiligung. Die im Weiteren genannten Krankheitssymptome und Komplikationen treffen also nicht auf alle Patienten gleichermaßen zu und können durch den Einsatz von Therapien gemildert werden.

Merkmale

Viele MPS-I-Patienten, insbesondere mit M. Hurler, haben ein sehr typisches Aussehen. Sie haben einen großen Kopf, eine breite Nase, volle bis wulstige Lippen, eine vergrößerte Zunge, einen kurzen Hals, dicke, struppige Haare und insgesamt eine vermehrte Körperbehaarung. Das Aussehen kann aber auch, insbesondere bei milderen Verlaufsformen, völlig unauffällig sein.

Sehr charakteristisch ist außerdem der vorgewölbte Bauch, der meist aufgrund einer vergrößerten Leber und Milz auftritt. In der Regel sind die beiden Organe in ihrer Funktion aber nicht beeinträchtigt. Auch das Wachstum ist bei den Betroffenen häufig verlangsamt.

Die geistige Entwicklung ist bei M. Scheie nicht eingeschränkt, bei M. Hurler ist sie stark verzögert. Patienten mit M. Hurler-Scheie können über eine normale Intelligenz verfügen, bei manchen treten Lernschwierigkeiten auf.

Das Herz kann stark betroffen sein – so können eine Herzinsuffizienz (die Herzklappe schließt nicht mehr richtig), eine Herzstenose (die Herzklappenöffnung ist verengt) und eine Kardiomyopathie (Herzbeutel wird dicker, träger und pumpt immer schwerer) auftreten. Dies führt dazu, dass die Patienten oft müde und abgeschlagen sind, bei hohen Belastungen schwer Luft bekommen, Schmerzen in der Brust haben, blass sind, plötzlich Schweißausbrüche bekommen und einen hohen Blutdruck haben. Wichtig ist eine regelmäßige Untersuchung des Herzens. Bei manchen Patienten sind stabilisierende oder blutdrucksenkende Medikamente notwendig. Defekte Herzklappen können operativ durch künstliche Pendants ersetzt werden. Dies sollte nur in einer Klinik durchgeführt werden, die Erfahrung mit MPS hat.

Bei Menschen mit Morbus Hunter muss besonders auf die Atemwege geachtet werden. Problematisch sind vor allem wiederkehrende Atemwegsinfekte, ein Schlaf-Apnoe-Syndrom und restriktive sowie obstruktive Lungenerkrankungen. Beim Schlaf-Apnoe-Syndrom kommt es, wie bei starken Schnarchern, zu längeren Atempausen während des Schlafs. Behandeln lässt sich dies mit der Entfernung der vergrößerten Mandeln und Polypen und einer CPAP-Atemmaske. Die Steifigkeit des Brustkorbs kann auch dazu führen, dass die Entfaltung der Lunge behindert ist und der Patient nur eingeschränkt atmen kann (restriktive Lungenerkrankung). Erschwert wird die Atmung ohnehin durch die Veränderungen des Lungengerüstes und der Atemwege (obstruktive Lungenerkrankung). Auch hier empfiehlt sich oft die Entfernung der Mandeln und Polypen sowie regelmäßige Atemgymnastik.

Bei den meisten Patienten tritt außerdem eine Schwerhörigkeit auf. Dabei kann es sich um eine Schallleitungsschwerhörigkeit handeln. Sie entsteht unter anderem durch häufige Mittelohrentzündungen. Diese wiederum sind durch die verengten Atemwege bedingt. Die Kinder reagieren deshalb oft verzögert auf Geräusche oder sie sprechen auffällig laut oder undeutlich. Es kann sich aber auch um eine Innenohrschwerhörigkeit handeln. Ein Hörgerät kann notwendig werden und ist im Bedarfsfall sehr wichtig – auch für die Sprachentwicklung. Die Schallleitungsschwerhörigkeit kann meist mit dem Einsetzen eines Paukenröhrchens behandelt werden. M. Scheie ist eher selten von häufigen Infekten betroffen, leidet aber teilweise unter Schlafapnoe.

An den Augen werden oftmals Veränderungen beobachtet, die zu Sehveränderungen führen und das Augenlicht bedrohen können. Dazu gehören etwa Netzhautschäden oder auch ein erhöhter Augeninnendruck. Manche Kinder entwickeln eine Weitsichtigkeit. In seltenen Fällen kann es durch Ablagerung von Speichermaterial in der Sehnervenscheide zu einer Einengung und somit zu einem Druckschaden der Sehnerven kommen. Es ist deshalb wichtig, die Sehfähigkeit regelmäßig von einem Augenarzt untersuchen zu lassen, damit bei Bedarf frühzeitig operiert werden kann.

Ebenso ist der Zahnschmelz von MPS-I-Patienten anfälliger und es kann häufiger zu Karies kommen. Manche Patienten haben überzählige oder falsch liegende Zähne, die entfernt werden müssen. Bei zahnärztlichen Eingriffen sollte immer an eine Endokarditis (Entzündung der Herzinnenwand) -Prophylaxe gedacht werden, wenn bereits eine Herzerkrankung vorliegt.

Ebenfalls können wegen der schwachen Bauchmuskulatur Leisten- und Nabelbrüche auftreten, die teilweise operiert werden müssen.

Viele MPS-I-Patienten haben Verdauungsprobleme. Dies äußert sich durch häufige Durchfälle und/oder Verstopfungen. Sie können Probleme beim Schlucken haben und häufig erbrechen.

Auch das Skelettsystem kann betroffen sein, bei MPS I äußert sich das häufig in einer Missbildung des Hüftgelenks und X-Beinen. Die Gelenke sind oft versteift oder gekrümmt, insbesondere an den Fingern, Füßen, Knien und der Hüfte. Diese Kontrakturen, einhergehend mit einer verkürzten Achillessehne, lassen Betroffene oft auf Zehenspitzen gehen. Auch die Wirbelsäule kann betroffen sein. Um die Beweglichkeit der Patienten zu erhalten, ist eine regelmäßige Physiotherapie besonders wichtig.

Auch kann es zu einem Hydrozephalus, also einem Stau von Nervenwasser in den Gehirnkammern und einem erhöhten Hirndruck kommen. Letzteres erfordert in der Regel das Einsetzen eines Shunts. Charakteristisch ist zudem ein eingedicktes Bindegewebe, was das Rückenmark oder Teile des Gehirns beeinträchtigen kann.

Viele MPS-I-Patienten leiden zudem unter dem Karpaltunnelsyndrom, dabei ist ein bestimmter Nerv im Handgelenksbereich eingeengt und es kommt zu schmerzenden oder kribbelnden Fingern. Bei einem Karpaltunnelsyndrom sollte immer operiert werden. Bei dem kleinen Eingriff wird das überschüssige Gewebe, das auf den Nerv drückt, entfernt.

Zuletzt kann die Fähigkeit, die Körpertemperatur zu regeln gestört sein. Bei vielen Betroffenen kann beobachtet werden, dass die Hände und Füße abwechselnd kalt oder heiß und schweißig werden. Manche müssen besonders warmgehalten werden, andere vertragen nicht allzu viel Hitze.

 

Therapien

MPS sind nach heutigem Stand der Forschung nicht heilbar, können durch verschiedene Therapien aber wesentlich gemildert werden.

Für MPS I stehen als kausale Behandlungsmethoden die Enzymersatztherapie und die Stammzelltransplantation zur Verfügung. Detaillierte Informationen finden Sie unter Therapien.

Umfassende Informationen zur MPS I erhalten Sie in unserer Broschüre.

MPS II
– Morbus Hunter

Bei Patienten mit MPS II kann durch eine Genmutation das Enzym Iduronat-2-Sulfatase nicht ausreichend oder gar nicht produziert werden. Langfristig lassen sich bei MPS II oder Morbus Hunter leichtere und schwerere Ausprägungsgrade unterscheiden. Dabei sind die Übergänge fließend. Typischerweise sind stets die Atemwege, das Skelett und Gelenksystem sowie das Herz betroffen, bei schwerem Verlauf auch das zentrale Nervensystem. Dieser schwerere Verlauf wird als neuropathische Form bezeichnet, ist das Nervensystem nicht betroffen, spricht man von einer nicht-neuropathischen Verlaufsform. Letztlich lässt nur die langfristige Beobachtung des Patienten eine Beurteilung des Schweregrades zu. Jeder Patient hat somit seine eigene, individuelle Form der Erkrankung hinsichtlich Krankheitsschwere, -verlauf und Organbeteiligung. Die im Weiteren genannten Krankheitssymptome und Komplikationen treffen also nicht auf alle Patienten gleichermaßen zu und können durch den Einsatz von Therapien gemildert werden.

Merkmale

Viele MPS-II-Patienten, insbesondere mit schwerer Verlaufsform, haben ein sehr typisches Aussehen. Sie haben einen großen Kopf, eine breite Nase, volle bis wulstige Lippen, eine vergrößerte Zunge, einen kurzen Hals, dicke, struppige Haare und insgesamt eine vermehrte Körperbehaarung. Das Aussehen kann aber auch, insbesondere bei milderen Verlaufsformen, völlig unauffällig sein. Bei Morbus Hunter findet sich zudem vor allem im Kleinkindalter eine ganz besondere Hautveränderung: die „Peau d‘orange“, sprich eine „Orangenhaut“. An Rücken, Oberarmen und Beinen finden sich weiße, knötchenförmige Hautveränderungen, die gruppenförmig angeordnet sind. Sie können im Krankheitsverlauf wieder verschwinden.

Sehr charakteristisch ist außerdem der vorgewölbte Bauch, der meist aufgrund einer vergrößerten Leber und Milz auftritt. In der Regel sind die beiden Organe in ihrer Funktion aber nicht beeinträchtigt. Auch das Wachstum ist bei den Betroffenen häufig verlangsamt.

Die geistige Entwicklung ist bei der neuropathischen Form stark verzögert, während sie bei der nicht-neuropathischen Form nicht eingeschränkt ist. Es gibt allerdings auch Zwischenformen, mit leichten Beeinträchtigungen der geistigen Fähigkeiten.

Das Herz kann stark betroffen sein – so können eine Herzinsuffizienz (die Herzklappe schließt nicht mehr richtig), eine Herzstenose (die Herzklappenöffnung ist verengt) und eine Kardiomyopathie (Herzbeutel wird dicker, träger und pumpt immer schwerer) auftreten. Dies führt dazu, dass die Patienten oft müde und abgeschlagen sind, bei hohen Belastungen schwer Luft bekommen, Schmerzen in der Brust haben, blass sind, plötzlich Schweißausbrüche bekommen und einen hohen Blutdruck haben. Wichtig ist eine regelmäßige Untersuchung des Herzens. Bei manchen Patienten sind stabilisierende oder blutdrucksenkende Medikamente notwendig. Defekte Herzklappen können operativ durch künstliche Pendants ersetzt werden. Dies sollte nur in einer Klinik durchgeführt werden, die Erfahrung mit MPS hat.

Bei Menschen mit Morbus Hunter muss besonders auf die Atemwege geachtet werden. Problematisch sind vor allem wiederkehrende Atemwegsinfekte, ein Schlaf-Apnoe-Syndrom und restriktive sowie obstruktive Lungenerkrankungen. Beim Schlaf-Apnoe-Syndrom kommt es, wie bei starken Schnarchern, zu längeren Atempausen während des Schlafs. Behandeln lässt sich dies mit der Entfernung der vergrößerten Mandeln und Polypen und einer CPAP-Atemmaske. Die Steifigkeit des Brustkorbs kann auch dazu führen, dass die Entfaltung der Lunge behindert ist und der Patient nur eingeschränkt atmen kann (restriktive Lungenerkrankung). Erschwert wird die Atmung ohnehin durch die Veränderungen des Lungengerüstes und der Atemwege (obstruktive Lungenerkrankung). Auch hier empfiehlt sich oft die Entfernung der Mandeln und Polypen sowie regelmäßige Atemgymnastik.

Bei den meisten Patienten tritt außerdem eine Schwerhörigkeit auf. Dabei kann es sich um eine Schallleitungsschwerhörigkeit handeln. Sie entsteht unter anderem durch häufige Mittelohrentzündungen. Diese wiederum sind durch die verengten Atemwege bedingt. Die Kinder reagieren deshalb oft verzögert auf Geräusche oder sie sprechen auffällig laut oder undeutlich. Neben dieser Schallleitungsschwerhörigkeit leiden Menschen mit MPS II besonders häufig an einer Innenohrschwerhörigkeit. Ein Hörgerät kann notwendig werden und ist im Bedarfsfall sehr wichtig – auch für die Sprachentwicklung. Die Schallleitungsschwerhörigkeit kann meist mit dem Einsetzen eines Paukenröhrchens behandelt werden.

An den Augen werden oftmals Veränderungen beobachtet, die zu Sehveränderungen führen und das Augenlicht bedrohen können. Dazu gehören etwa Netzhautschäden oder auch ein erhöhter Augeninnendruck. Manche Kinder entwickeln eine Weitsichtigkeit. In seltenen Fällen kann es durch Ablagerung von Speichermaterial in der Sehnervenscheide zu einer Einengung und somit zu einem Druckschaden der Sehnerven kommen. Es ist deshalb wichtig, die Sehfähigkeit regelmäßig von einem Augenarzt untersuchen zu lassen, damit bei Bedarf frühzeitig operiert werden kann.

Ebenso ist der Zahnschmelz von MPS-II-Patienten anfälliger und es kann häufiger zu Karies kommen. Manche Patienten haben überzählige oder falsch liegende Zähne, die entfernt werden müssen. Bei zahnärztlichen Eingriffen sollte immer an eine Endokarditis (Entzündung der Herzinnenwand) -Prophylaxe gedacht werden, wenn bereits eine Herzerkrankung vorliegt.

Ebenfalls können wegen der schwachen Bauchmuskulatur Leisten- und Nabelbrüche auftreten, die teilweise operiert werden müssen.

Viele MPS-II-Patienten haben Verdauungsprobleme. Dies äußert sich durch häufige Durchfälle und/oder Verstopfungen.

Auch das Skelettsystem kann betroffen sein, bei MPS II äußert sich das häufig in Gelenkversteifungen (Kontrakturen), insbesondere an den Fingern, Füßen, Knien und der Hüfte. Diese Kontrakturen, einhergehend mit einer verkürzten Achillessehne, lassen Menschen mit Morbus Hunter oft auf Zehenspitzen gehen. Auch die Wirbelsäule kann betroffen sein. Um die Beweglichkeit der Patienten zu erhalten, ist eine regelmäßige Physiotherapie besonders wichtig.

Auch kann es zu einem Hydrozephalus, also einem Stau von Nervenwasser in den Gehirnkammern und einem erhöhten Hirndruck kommen. Letzteres erfordert in der Regel das Einsetzen eines Shunts. Charakteristisch ist zudem ein eingedicktes Bindegewebe, was das Rückenmark oder Teile des Gehirns beeinträchtigen kann.

Viele MPS-II-Patienten leiden zudem unter dem Karpaltunnelsyndrom, dabei ist ein bestimmter Nerv im Handgelenksbereich eingeengt und es kommt zu schmerzenden oder kribbelnden Fingern. Bei einem Karpaltunnelsyndrom sollte immer operiert werden. Bei dem kleinen Eingriff wird das überschüssige Gewebe, das auf den Nerv drückt, entfernt.

 

Therapien

MPS sind nach heutigem Stand der Forschung nicht heilbar, können durch verschiedene Therapien aber wesentlich gemildert werden.Für MPS II steht als kausale Behandlungsmethode die Enzymersatztherapie zur Verfügung. Detaillierte Informationen finden Sie unter Therapien.

Umfassende Informationen zur MPS II erhalten Sie in unserer Broschüre.

MPS III
– Morbus Sanfilippo

Bei MPS III oder Morbus Sanfilippo kommt es durch einen Mangel an einem von vier verschiedenen Enzymen zu einem gestörten Abbau des Glykosaminoglykans (GAG) Heparansulfat. Je nachdem, welches Enzym fehlt, wird die Krankheit in die Untertypen A, B, C oder D unterteilt. Der Krankheitsverlauf ist bei allen vier Formen sehr ähnlich, jedoch kann die Krankheit im Einzelfall sehr variabel ausgeprägt sein. Letztlich lässt nur die langfristige Beobachtung des Patienten eine Beurteilung des Schweregrades zu. Jeder Patient hat somit seine eigene, individuelle Form der Erkrankung hinsichtlich Krankheitsschwere, -verlauf und Organbeteiligung. Die im Weiteren genannten Krankheitssymptome und Komplikationen treffen also nicht auf alle Patienten gleichermaßen zu und können durch den Einsatz von Therapien gemildert werden.

Merkmale

Bei MPS III ist vor allem das zentrale Nervensystem betroffen. Das bedeutet, dass die geistige Entwicklung stark eingeschränkt ist. Die Patienten sind dagegen äußerlich wenig bis gar nicht auffällig. Lediglich eine vermehrte Körperbehaarung kann auch schon im frühen Kindesalter augenfällig sein. Der Krankheitsverlauf lässt sich grob in drei Phasen einteilen, wobei die Altersangaben nur als Anhaltspunkte zu verstehen sind.

Die erste Phase tritt im Kleinkindalter auf und ist geprägt von einer verzögerten frühkindlichen Entwicklung, Unruhe bis hin zu Hyperaktivität und Schlafstörungen. Die zweite Phase kann im Alter von 3 bis 4 Jahren beginnen. Dabei kommt es zu einer Verstärkung der Verhaltensauffälligkeiten. Die Kinder werden als hyperaktiv bezeichnet, stecken alles in den Mund, zeigen manchmal auch aggressives, zerstörerisches Verhalten und können Gefahren nicht einschätzen. Bereits erlernte Fähigkeiten verlieren die Patienten langsam wieder. Auch schwere Schlafstörungen und epileptische Anfälle sind sehr typisch für diese Phase. Die dritte Phase kann im zweiten Lebensjahrzehnt beginnen und ist geprägt von dem Verlust körperlicher und mentaler Fähigkeiten. Die Kinder werden ruhiger und friedlicher, verlieren nun aber auch körperliche Fähigkeiten wie Gehen oder Schlucken. Die Kontaktaufnahme zur Umwelt lässt immer mehr nach.

Herzveränderungen sind beim Morbus Sanfilippo im Vergleich zu anderen Mukopolysaccharidosen häufig geringgradiger ausgeprägt und gehen mit leichten Herzklappenverdickungen einher. Es kann auch zu einer Herzinsuffizienz (die Herzklappe schließt nicht mehr richtig) kommen. Daher sollte die Herzfunktion regelmäßig untersucht werden.

Des Weiteren sind die Atemwege meist in Form von verstopften Nasen und häufigen Erkältungskrankheiten betroffen. Die Kinder können den Schleim in den Bronchien mit fortschreitendem Krankheitsverlauf immer schlechter abhusten. Daher kann es auch zu Lungenentzündungen kommen.

Kinder mit Mukopolysaccharidosen können eine Einschränkung des Hörvermögens aufweisen. Dabei kann es sich um eine Schallleitungsschwerhörigkeit handeln. Sie entsteht unter anderem durch häufige Mittelohrentzündungen. Diese wiederum sind durch die verengten Atemwege bedingt. Die Kinder reagieren deshalb oft verzögert auf Geräusche oder sie sprechen auffällig laut oder undeutlich. Daneben kann es sich aber auch um eine Innenohrschwerhörigkeit handeln. Ein Hörgerät kann notwendig werden und ist im Bedarfsfall sehr wichtig – auch für die Sprachentwicklung. Die Schallleitungsschwerhörigkeit kann meist mit dem Einsetzen eines Paukenröhrchens behandelt werden.

Auch das Skelettsystem kann betroffen sein, bei MPS III äußert sich das häufig in Gelenkversteifungen (Kontrakturen). Die Patienten können ihre Finger, Arme und Beine nicht mehr voll ausstrecken. Besonders in der dritten Phase, wenn die Kinder im Rollstuhl sitzen und sich wenig bewegen, sind Krankengymnastik und Bewegungsübungen sehr wichtig.

Viele MPS-III-Patienten haben Verdauungsprobleme. Dies äußert sich durch häufige Durchfälle und/oder Verstopfungen. Sie können Probleme beim Schlucken haben oder an einem gastroösophagealen Reflux leiden. Unter letzterem versteht man das Zurückfließen von Magensaft oder Nahrungen vom Magen in die Speiseröhre. Das führt auf Dauer zu einer Reizung und zu Schmerzen im Bereich der Speiseröhre. Der Reflux kann mit einem Magensäure-hemmendem Medikament behandelt werden.

Zudem kann die Fähigkeit, die Körpertemperatur zu regeln gestört sein. Bei vielen Betroffenen kann beobachtet werden, dass die Hände und Füße abwechselnd kalt oder heiß und schweißig werden. Manche müsse besonders warmgehalten werden, andere vertragen nicht allzu viel Hitze.

 

Therapien

MPS sind nach heutigem Stand der Forschung nicht heilbar, können durch verschiedene Therapien aber wesentlich gemildert werden.

Die Behandlung von MPS III ist zurzeit rein symptomorientiert. Kausale Therapien, wie die intravenös verabreichte Enzymersatztherapie zeigen bei MPS III keine Wirkung, da das Enzym die sogenannte Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann. Allerdings laufen zur Zeit viele Studien mit verschieden Ansätzen (Gentherapie etc.) zu verschiedenen MPS III-Subtypen. Für Infos zu Studien kontaktieren Sie Ihr behandelndes Stoffwechselzentrum oder die Gesellschaft für MPS e.V.

Erklärungen zu unterschiedlichen Therapieansätzen finden Sie unter Therapien.

Umfassende Informationen zur MPS III erhalten Sie in unserer Broschüre.

MPS IV
– Morbus Morquio

Bei MPS IV oder Morbus Morquio können zwei verschiedene Enzyme fehlen, welche für den Abbau der Glykosaminoglykane (GAG) Keratansulfat und Chondroitin-6-Sulfat verantwortlich sind. Entsprechend gibt es auch zwei verschiedenen Formen der MPS IV: Morbus Morquio Typ A und Morbus Morquio Typ B. Die Erkrankung kann in ganz unterschiedlichen Schweregraden verlaufen. In manchen Fällen sind die Patienten so leicht betroffen, dass die Krankheit erst im Jugendlichen- oder Erwachsenenalter festgestellt wird. Andere sind wiederum so stark betroffen, dass es schon im Kleinkindalter zu ersten Symptomen kommt. Daneben kann es alle Zwischenstufen der Krankheitsschwere geben. Jeder Patient hat somit seine eigene, individuelle Form der Erkrankung hinsichtlich Krankheitsschwere, -verlauf und Organbeteiligung. Die im Weiteren genannten Krankheitssymptome und Komplikationen treffen also nicht auf alle Patienten gleichermaßen zu und können durch den Einsatz von Therapien gemildert werden.

Merkmale

Bei Patienten mit Morbus Morquio haben seltener ein MPS-typisches Aussehen, wie bspw. bei MPS I (M. Hurler) oder MPS II.  Manche Kinder haben einen abgeflachten Nasenrücken und gelegentlich ein leicht hervorstehendes Kinn. Die Zähne können klein, spitz und weit auseinanderstehend sein.

Äußerlich fallen sonst eher die für MPS IV charakteristischen Skelettveränderungen auf, in denen sich die Erkrankung meist am stärksten bemerkbar macht. Oftmals führen veränderte Hüftgelenke zu einem auffälligen Gang. Typisch sind außerdem Kleinwuchs, ein kurzer Hals, eine Skoliose, X-Beinstellung sowie eine massive Überbeweglichkeit der Gelenke. Schwer betroffene Kinder können einen kurzen Körperstamm, einen Gibbus (Buckel) und eine Hühner- oder Trichterbrust aufweisen. Das Rückenmark ist häufig besonders gefährdet. Durch die Verkrümmung der Wirbelsäule besteht die Gefahr einer Rückenmarkseinengung und im schlimmsten Fall sogar einer Querschnittslähmung. Das bedeutet nicht, dass Kinder mit MPS IV nicht aktiv sein können. Ihre Wirbelsäule sollte aber von Beginn an regelmäßig durch eine Kernspinuntersuchung und Computertomographie kontrolliert werden, um eine Instabilität der Halswirbelsäule auszuschließen. Patienten mit MPS IV sollten Übungen wie Kopfstände, Purzelbäume oder Trampolinspringen dringend vermeiden, um das Risiko einer Rückenmarksverletzung möglichst gering zu halten. Möglicherweise wird das Tragen eines Korsetts angeordnet. Außerdem kann eine Operation notwendig sein. Die Überbeweglichkeit der Gelenke erfordert häufig das Tragen stützender Einlagen oder Orthesen.

Die geistigen Fähigkeiten und die Intelligenz sind bei Patienten mit Morbus Morquio nicht eingeschränkt.

Das Herz kann ebenfalls betroffen sein – so können eine Herzinsuffizienz (die Herzklappe schließt nicht mehr richtig), eine Herzstenose (die Herzklappenöffnung ist verengt) und eine Kardiomyopathie (Herzbeutel wird dicker, träger und pumpt immer schwerer) auftreten. Dies führt dazu, dass die Patienten oft müde und abgeschlagen sind, bei hohen Belastungen schwer Luft bekommen, Schmerzen in der Brust haben, blass sind, plötzlich Schweißausbrüche bekommen und einen hohen Blutdruck haben. Wichtig ist eine regelmäßige Untersuchung des Herzens. Bei manchen Patienten sind stabilisierende oder blutdrucksenkende Medikamente notwendig. Defekte Herzklappen können operativ durch künstliche Pendants ersetzt werden. Dies sollte nur in einer Klinik durchgeführt werden, die Erfahrung mit MPS hat.

Auch die Atemwege können bei MPS IV betroffen sein. Typisch sind eingeengte Atemwege durch eine Verdickung der Schleimhäute im Rachen und eine ständig laufende Nase. Daher atmen die Kinder oft geräuschvoll und schnarchen häufig. Auch können die Patienten von sogenannten Schlafapnoen betroffen sein. Beim Schlaf-Apnoe-Syndrom kommt es, wie bei starken Schnarchern, zu längeren Atempausen während des Schlafs. Behandeln lässt sich dies mit der Entfernung der vergrößerten Mandeln und Polypen und einer CPAP-Atemmaske. Des Weiteren sind die Lungen in ihrer Funktion oft eingeschränkt, da sie sich durch die knöcherne Veränderung des Brustkorbs nicht vollständig mit Luft füllen können. Zudem kann das Lungengewebe durch die Ablagerungen der GAG immer steifer werden und macht die Patienten anfälliger für Infektionen der Bronchien und Lungen.

Bei Kindern mit MPS können Leber und Milz durch die Ablagerung von Speichersubstanzen vergrößert sein. Normalerweise verursacht eine solche Organvergrößerung aber keine Probleme und die Funktion der Organe ist nicht eingeschränkt.

Viele Kinder mit einer Mukopolysaccharidose hören nicht gut. Die häufigste Ursache ist eine Schallleitungsschwerhörigkeit. Sie entsteht unter anderem durch häufige Mittelohrentzündungen. Diese wiederum sind durch die verengten Atemwege bedingt. Daneben haben einige Kinder eine Innenohrschwerhörigkeit. Ein Hörgerät kann notwendig werden und ist im Bedarfsfall sehr wichtig – auch für die Sprachentwicklung. Die Schallleitungsschwerhörigkeit kann meist mit dem Einsetzen eines Paukenröhrchens behandelt werden.

Die Augen können durch eine Trübung der Hornhaut betroffen sein. Diese kann die Sehfähigkeit beeinträchtigen und zu erhöhter Lichtempfindlichkeit führen. Eine Hornhauttransplantation kann die Situation verbessern. Eine Sehschwäche (meist Weitsichtigkeit) ist ebenfalls sehr häufig und sollte durch eine Brille ausgeglichen werden.

Kinder mit M. Morquio haben häufig kleine und weit auseinanderstehende, spitze Zähne und einen weniger widerstandsfähigen Zahnschmelz. Das Risiko für Karies ist demnach höher. Bei zahnärztlichen Eingriffen sollte immer an eine Endokarditis (Entzündung der Herzinnenwand) -Prophylaxe gedacht werden, wenn bereits eine Herzerkrankung vorliegt.

Ebenfalls können wegen der schwachen Bauchmuskulatur Leisten- und Nabelbrüche auftreten, die teilweise operiert werden müssen.

Kinder mit MPS IV können ebenfalls Probleme mit der Verdauung bekommen. Durch wenig Bewegung kann es zu Verstopfungen kommen. Manchmal neigen die Kinder zu Erbrechen, die Gründe dafür sind unbekannt. Normalerweise ist dieses Erbrechen aber völlig harmlos. Sie sollten allerdings darauf achten, dass Ihr Kind genügend Flüssigkeit zu sich nimmt.

 

Therapien

MPS sind nach heutigem Stand der Forschung nicht heilbar, können durch verschiedene Therapien aber wesentlich gemildert werden.

Für MPS IV A steht als kausale Behandlungsmethode die Enzymersatztherapie zur Verfügung. Detaillierte Informationen finden Sie unter Therapien.

Umfassende Informationen zur MPS IV erhalten Sie in unserer Broschüre.

MPS VI
– Morbus Maroteaux-Lamy

Bei Patienten mit einer MPS VI oder Morbus Maroteaux-Lamy kann durch eine Genmutation das Enzym Arylsulfatase B nicht ausreichend oder gar nicht produziert werden. Das Maroteaux-Lamy-Syndrom ist charakterisiert durch eine Vielzahl körperlicher Auffälligkeiten, deren Schweregrad von Betroffenem zu Betroffenem stark variiert und die im Krankheitsverlauf verzögert auftreten können. Dabei lassen sich mildere und schwere Formen der Erkrankung – allerdings mit fließendem Übergang – unterscheiden. Letztlich lässt nur die langfristige Beobachtung des Patienten eine Beurteilung des Schweregrades zu. Jeder Patient hat somit seine eigene, individuelle Form der Erkrankung hinsichtlich Krankheitsschwere, -verlauf und Organbeteiligung. Die im Weiteren genannten Krankheitssymptome und Komplikationen treffen also nicht auf alle Patienten gleichermaßen zu und können durch den Einsatz von Therapien gemildert werden.

Merkmale

In wieweit die Krankheit das Aussehen verändert, hängt mit dem Schweregrad der Erkrankung zusammen. Bei milderen Formen lässt sich der Unterschied zu gesunden Kindern manchmal nur mit geschultem Auge erkennen. Anders bei Patienten, die schwer betroffen sind. Sie zeigen ein typisches Aussehen: Sie haben einen großen Kopf, eine breite Nase, volle bis wulstige Lippen, eine vergrößerte Zunge, einen kurzen Hals, dicke, struppige Haare und insgesamt eine vermehrte Körperbehaarung. Die kleinen Zähne stehen oft weit auseinander.

Die geistigen Fähigkeiten und die Intelligenz sind bei Patienten mit MPS VI nicht eingeschränkt.

Das Herz kann ebenfalls betroffen sein – so können eine Herzinsuffizienz (die Herzklappe schließt nicht mehr richtig), eine Herzstenose (die Herzklappenöffnung ist verengt) und eine Kardiomyopathie (Herzbeutel wird dicker, träger und pumpt immer schwerer) auftreten. Dies führt dazu, dass die Patienten oft müde und abgeschlagen sind, bei hohen Belastungen schwer Luft bekommen, Schmerzen in der Brust haben, blass sind, plötzlich Schweißausbrüche bekommen und einen hohen Blutdruck haben. Wichtig ist eine regelmäßige Untersuchung des Herzens. Bei manchen Patienten sind stabilisierende oder blutdrucksenkende Medikamente notwendig. Defekte Herzklappen können operativ durch künstliche Pendants ersetzt werden. Dies sollte nur in einer Klinik durchgeführt werden, die Erfahrung mit MPS hat.

Bei Menschen mit Maroteaux-Lamy-Syndrom muss besonders auf die Atemwege geachtet werden. Problematisch sind vor allem wiederkehrende Atemwegsinfekte, ein Schlaf-Apnoe-Syndrom und restriktive sowie obstruktive Lungenerkrankungen. Beim Schlaf-Apnoe-Syndrom kommt es, wie bei starken Schnarchern, zu längeren Atempausen während des Schlafs. Behandeln lässt sich dies mit der Entfernung der vergrößerten Mandeln und Polypen und einer CPAP-Atemmaske. Die Steifigkeit des Brustkorbs kann auch dazu führen, dass die Entfaltung der Lunge behindert ist und der Patient nur eingeschränkt atmen kann (restriktive Lungenerkrankung). Erschwert wird die Atmung ohnehin durch die Veränderungen des Lungengerüstes und der Atemwege (obstruktive Lungenerkrankung). Auch hier empfiehlt sich oft die Entfernung der Mandeln und Polypen sowie regelmäßige Atemgymnastik.

Bei Kindern mit MPS können Leber und Milz durch die Ablagerung von Speichersubstanzen vergrößert sein. Normalerweise verursacht eine solche Organvergrößerung aber keine Probleme und die Funktion der Organe ist nicht eingeschränkt.

Viele Kinder mit einer Mukopolysaccharidose hören nicht gut. Zum einen kann die Ursache dafür eine Schallleitungsschwerhörigkeit sein. Sie entsteht unter anderem durch häufige Mittelohrentzündungen. Diese wiederum sind durch die verengten Atemwege bedingt. Daneben haben Kinder mit MPS VI vermehrt eine Innenohrschwerhörigkeit. Ein Hörgerät kann notwendig werden und ist im Bedarfsfall sehr wichtig – auch für die Sprachentwicklung. Die Schallleitungsschwerhörigkeit kann meist mit dem Einsetzen eines Paukenröhrchens behandelt werden.

Bei Morbus Maroteaux-Lamy ist die Gefahr groß, dass das Sehvermögen eingeschränkt ist. Viele Kinder mit MPS sind weitsichtig. Bei Patienten mit MPS VI ist oftmals auch die Hornhaut eingetrübt. Diese kann die Sehfähigkeit beeinträchtigen und zu erhöhter Lichtempfindlichkeit führen. Behandelt werden kann dies mit einer Hornhauttransplantation. Es kann aber sein, dass das Auge noch anderweitig geschädigt ist. Manchmal finden sich nämlich auch Veränderungen der Netzhaut und/oder eine Sehnervschädigung. Ein operativer Eingriff zur Entlastung ist möglich. Manche Patienten entwickeln auch ein Glaukom, also einen erhöhten Augeninnendruck, der medikamentös behandelt werden muss.

Auch das Skelettsystem ist in der Regel betroffen. Bei MPS VI äußert sich das durch eine Knochenbildungsstörung, die das komplette Skelett betrifft und auch das Aussehen beeinflusst. Betroffen können Brustkorb und Wirbelsäule, Schädel, Hüfte und die Knochen der Extremitäten sein. Bereits in der ersten Lebensdekade kann es zu einer Verformung der Wirbelkörper kommen. Zudem treten Gelenkversteifungen (Kontrakturen) auf. Gebeugte Knie und Hüfte, einhergehend mit einer verkürzten Achillessehne, lassen Menschen mit Maroteaux-Lamy-Syndrom oft auf Zehenspitzen gehen. Um die Beweglichkeit der Patienten zu erhalten, ist hier eine regelmäßige Physiotherapie besonders wichtig.

Ist der Übergang zwischen Kopf und Halswirbelsäule, der kraniozervikale Übergang, durch die GAG-Ablagerungen eingeengt, kann es zu einer Einengung des Rückenmarks kommen. Diese muss operativ behandelt werden, um wieder Platz für das Rückenmark zu schaffen und eine Schädigung der Nerven zu verhindern. Abflussstörungen des Nervenwassers können sowohl den Hirndruck erhöhen als auch ein Missverhältnis zwischen Produktion und Wiederaufnahme des Nervenwassers verursachen, sodass sich ein Hydrocephalus (Wasserkopf) entwickeln kann. Die Implantation eines Shunt-Systems kann das überschüssige Nervenwasser aus dem Gehirn ableiten. Hier stehen verschiedene Technologien zur Verfügung.

Viele MPS-VI-Patienten leiden zudem unter dem Karpaltunnelsyndrom, dabei ist ein bestimmter Nerv im Handgelenksbereich eingeengt und es kommt zu schmerzenden oder kribbelnden Fingern. Bei einem Karpaltunnelsyndrom sollte immer operiert werden. Bei dem kleinen Eingriff wird das überschüssige Gewebe, das auf den Nerv drückt, entfernt.

Kinder mit MPS haben einen weniger widerstandsfähigen Zahnschmelz. Das Risiko für Karies ist demnach höher. Bei zahnärztlichen Eingriffen sollte immer an eine Endokarditis (Entzündung der Herzinnenwand) -Prophylaxe gedacht werden, wenn bereits eine Herzerkrankung vorliegt.

Ebenfalls können wegen der schwachen Bauchmuskulatur Leisten- und Nabelbrüche auftreten, die teilweise operiert werden müssen.

Patienten mit MPS können Probleme mit der Verdauung bekommen. Durchfälle sind bei Menschen mit MPS VI nicht selten. Die Ursache dafür ist unklar. Auch das Gegenteil kann der Fall sein. Die Betroffenen leiden manchmal unter Verstopfung.

 

Therapien

MPS sind nach heutigem Stand der Forschung nicht heilbar, können durch verschiedene Therapien aber wesentlich gemildert werden.

Für MPS VI steht als kausale Behandlungsmethode die Enzymersatztherapie zur Verfügung. Detaillierte Informationen finden Sie unter Therapien.

Umfassende Informationen zur MPS VI erhalten Sie in unserer Broschüre.

MPS VII
– Morbus Sly

Dieser Abschnitt ist noch in Bearbeitung. Demnächst finden Sie hier eine Übersicht zur MPS Typ VII (Morbus Sly).

Merkmale

Dieser Abschnitt ist noch in Bearbeitung. Demnächst finden Sie hier eine Übersicht zur MPS Typ VII (Morbus Sly).

 

Therapien

MPS sind nach heutigem Stand der Forschung nicht heilbar, können durch verschiedene Therapien aber wesentlich gemildert werden.

Für MPS VII steht als kausale Behandlungsmethode die Enzymersatztherapie zur Verfügung. Detaillierte Informationen finden Sie unter Therapien.

Mukolipidose I

Bei Patienten mit Mukolipidose (ML) I kann durch eine Genmutation das Enzym Neuraminidase nicht ausreichend oder gar nicht produziert werden. Die ML I wird auch als Sialidose bezeichnet. Man unterscheidet dabei noch zwischen Sialidose Typ I und II. Typ I stellt dabei die mildere Verlaufsform dar, Typ II die schwerere. Bei letzterer Form unterscheidet man zusätzlich zwischen der angeborenen (kongenitalen), kindlichen (infantilen) und der jugendlichen (juvenilen) Form.

Merkmale

Wie bei den Mukopolysaccharidosen (MPS) können Patienten unterschiedlich stark von der Erkrankung betroffen sein. Letztlich lässt nur die langfristige Beobachtung des Patienten eine Beurteilung des Schweregrades zu. Jeder Patient hat somit seine eigene, individuelle Form der Erkrankung hinsichtlich Krankheitsschwere, -verlauf und Organbeteiligung. Die im Weiteren genannten Krankheitssymptome und Komplikationen treffen also nicht auf alle Patienten gleichermaßen zu und können durch den Einsatz von Therapien gemildert werden.

Charakteristisch sind unter anderem Symptome wie Sehstörungen, Nerven- und Skelettstörungen, muskuläre Schwäche (Hypotonie) und Unterernährung (Hypotrophie), Krampfanfälle, Gleichgewichtsstörungen, Innenohrschwerhörigkeit, geistige Entwicklungsstörung.

Patienten mit Typ II unterscheiden sich von Patienten mit Typ I durch ihr verändertes äußerliches Aussehen mit vergröberten Gesichtszügen, vorgewölbtem Bauch durch vergrößerte innere Organe wie Leber und Milz, Wirbelsäulen- und Brustkorb-Deformitäten.

Bei der kindlichen Form zeigen die Patienten bereits bei Geburt eine Schwellung des Gesichts, Leber- und Milzvergrößerung, Wasserbauch (Aszites), Leistenbrüche sowie Knochenveränderungen (Dysostosis Multiplex). Bei der jugendlichen Form können ebenfalls einige dieser Symptome in milderer Form auftreten, so dass sie bei Geburt zunächst als weitgehend gesund angesehen werden. Kinder mit der jugendlichen Form zeigen Symptome wie neuromuskuläre Störungen mit muskulärer Schwäche, Muskelkrämpfe (Myoklonus), Krampfanfälle, Skelettveränderungen im Sinne einer Dysostosis Multiplex mit Kleinwuchs, Sehstörungen, Hornhauttrübung, kirschroter Fleck am Augenhintergrund, Innenohrschwerhörigkeit, geistige und motorische Entwicklungsstörung, Gleichgewichtsstörungen.

Patienten mit Typ I zeigen mildere Symptome und werden daher wesentlich später diagnostiziert. Sie können unterschiedliche Symptome zeigen wie Sehschwäche, Nachtblindheit, Linsen- und Hornhauttrübungen, einen beidseitigen kirschroten Fleck am Augenhintergrund, Gleichgewichtsstörungen, Demenz oder epileptische Anfälle. Sie zeigen keine vergröberten Gesichtszüge und keine Skelettdeformitäten.

 

Therapien

ML sind nach heutigem Stand der Forschung nicht heilbar, können durch verschiedene Therapien aber wesentlich gemildert werden.

Die Behandlung von ML I ist zurzeit rein symptomorientiert. Kausale Therapien stehen zurzeit noch nicht zur Verfügung. Detaillierte Informationen finden Sie unter Therapien.

Mukolipidose II

Bei Patienten mit ML II kann durch eine Genmutation das Enzym Phosphotransferase nicht ausreichend oder gar nicht produziert werden. Auch der ML III liegt dieser Enzymmangel zugrunde, jedoch befindet sich die Mutation auf einem anderen Gen und wird deswegen nicht ebenfalls als ML II definiert. Wie bei den MPS können Patienten unterschiedlich stark von der Erkrankung betroffen sein. Letztlich lässt nur die langfristige Beobachtung des Patienten eine Beurteilung des Schweregrades zu. Jeder Patient hat somit seine eigene, individuelle Form der Erkrankung hinsichtlich Krankheitsschwere, -verlauf und Organbeteiligung. Die im Weiteren genannten Krankheitssymptome und Komplikationen treffen also nicht auf alle Patienten gleichermaßen zu und können durch den Einsatz von Therapien gemildert werden.

Merkmale

Kinder mit ML II zeigen ein ganz typisches Aussehen, das den Mukopolysaccharidosen ähnelt. Sie haben einen großen Kopf, eine breite Nase mit nach oben zeigenden Nasenlöchern, volle bis wulstige Lippen, eine vergrößerte Zunge, einen kurzen Hals, dicke, struppige Haare und insgesamt eine vermehrte Körperbehaarung. Die Augenhöhlen sind abgeflacht und erregen den Eindruck, als würden die Augen etwas nach vorne stehen. Auffällig ist auch der vorgewölbte Bauch. Arme und Beine sind verkürzt. Im Allgemeinen stoppt das Wachstum innerhalb der ersten beiden Lebensjahre.

Das Herz kann stark betroffen sein – so können eine Herzinsuffizienz (die Herzklappe schließt nicht mehr richtig), eine Herzstenose (die Herzklappenöffnung ist verengt) und eine Kardiomyopathie (Herzbeutel wird dicker, träger und pumpt immer schwerer) auftreten. Dies führt dazu, dass die Patienten oft müde und abgeschlagen sind, bei hohen Belastungen schwer Luft bekommen, Schmerzen in der Brust haben, blass sind, plötzlich Schweißausbrüche bekommen und einen hohen Blutdruck haben. Wichtig ist eine regelmäßige Untersuchung des Herzens. Bei manchen Patienten sind stabilisierende oder blutdrucksenkende Medikamente notwendig. Defekte Herzklappen können operativ durch künstliche Herzklappen ersetzt werden. Dies sollte nur in einer Klinik durchgeführt werden, die Erfahrung mit lysosomalen Speichererkrankungen wie ML oder MPS hat.

Aufgrund der Enge im Nasen-Rachen-Raum und der übermäßigen Schleimproduktion kommt es zu häufigem Naselaufen und Infektionen. Die Luftröhre ist durch Speichermaterial verengt und versteift. Das hat zur Folge, dass die Kinder sehr geräuschvoll atmen und nachts häufig schnarchen. Bei vielen Betroffenen kommt es zu Schlafapnoen.  Beim Schlafapnoe-Syndrom kommt es, wie bei starken Schnarchern, zu längeren Atempausen während des Schlafs. Behandeln lässt sich dies mit der Entfernung der vergrößerten Mandeln und Polypen und einer CPAP-Atemmaske. Die Steifigkeit des Brustkorbs kann auch dazu führen, dass die Entfaltung der Lunge behindert ist und der Patient nur eingeschränkt atmen kann (restriktive Lungenerkrankung). Außerdem wird er dadurch anfälliger für Infektionen der Lunge und Bronchien.

Sehr charakteristisch ist außerdem der vorgewölbte Bauch, der meist aufgrund einer vergrößerten Leber und Milz auftritt. In der Regel sind die beiden Organe in ihrer Funktion aber nicht beeinträchtigt.

Die Augen sind oftmals durch eine Hornhauttrübung betroffen. Dies führt zu einer Einschränkung des Sehvermögens und erhöhter Lichtempfindlichkeit. Eine Hornhauttransplantation kann die Situation verbessern. Manche Kinder entwickeln eine Weitsichtigkeit oder der Augenhintergrund weist Veränderungen auf. Es ist daher wichtig, die Sehfähigkeit regelmäßig zu kontrollieren.

Bei den vielen Patienten tritt außerdem eine Schwerhörigkeit auf. Dabei kann es sich um eine Schallleitungsschwerhörigkeit handeln. Sie entsteht unter anderem durch häufige Mittelohrentzündungen. Diese wiederum sind durch die verengten Atemwege bedingt. Die Kinder reagieren deshalb oft verzögert auf Geräusche oder sie sprechen auffällig laut oder undeutlich. Ein Hörgerät kann notwendig werden und ist im Bedarfsfall sehr wichtig – auch für die Sprachentwicklung. Die Schallleitungsschwerhörigkeit kann meist mit dem Einsetzen eines Paukenröhrchens behandelt werden.

In Folge von Ablagerungen im Knochengewebe weisen ML-II-Patienten typische Skelettveränderungen auf. Dabei sind vor allem die verkürzten Arme und Beine, eine seitliche Krümmung der Wirbelsäule (Skoliose), X-Beine und der Buckel (Gibbus) zu nennen. Die Gelenke sind oft versteift oder gekrümmt, insbesondere an den Fingern, Füßen, Knien und der Hüfte. Um die Beweglichkeit der Patienten zu erhalten, ist hier eine regelmäßige Physiotherapie besonders wichtig.

Viele ML-II-Patienten leiden zudem unter dem Karpaltunnelsyndrom, dabei ist ein bestimmter Nerv im Handgelenksbereich eingeengt und es kommt zu schmerzenden oder kribbelnden Fingern. Bei einem Karpaltunnelsyndrom sollte immer operiert werden. Bei dem kleinen Eingriff wird das überschüssige Gewebe, das auf den Nerv drückt, entfernt.

Das Zahnfleisch ist bei Patienten mit ML II verdickt. Da die Zähne der Kinder, wenn überhaupt vorhanden, nur sehr klein sind, durchbrechen sie meistens nicht das verdickte Zahnfleisch. Der Zahnschmelz ist zudem weniger widerstandsfähig. Aus diesem Grund kann es sehr schnell zu Kariesbefall kommen. Bei zahnärztlichen Eingriffen sollte immer an eine Endokarditis (Entzündung der Herzinnenwand) -Prophylaxe gedacht werden, wenn bereits eine Herzerkrankung vorliegt.

Ebenfalls können wegen der schwachen Bauchmuskulatur Leisten- und Nabelbrüche auftreten, die teilweise operiert werden müssen.

 

Therapien

ML sind nach heutigem Stand der Forschung nicht heilbar, können durch verschiedene Therapien aber wesentlich gemildert werden.

Die Behandlung von ML II ist zurzeit rein symptomorientiert. Kausale Therapien stehen zurzeit noch nicht zur Verfügung. Detaillierte Informationen finden Sie unter Therapien.

Umfassende Informationen zur ML II erhalten Sie in unserer Broschüre.

Mukolipidose III

Bei Patienten mit ML III kann durch eine Genmutation das Enzym Phosphotransferase nicht ausreichend oder gar nicht produziert werden. Auch der ML II liegt dieser Enzymmangel zugrunde, jedoch befindet sich die Mutation auf einem anderen Gen und wird deswegen nicht ebenfalls als ML III definiert. Insgesamt verläuft eine ML III wesentlich milder als eine ML II. Trotzdem können Patienten, wie bei den MPS, unterschiedlich stark von der Erkrankung betroffen sein. Letztlich lässt nur die langfristige Beobachtung des Patienten eine Beurteilung des Schweregrades zu. Jeder Patient hat somit seine eigene, individuelle Form der Erkrankung hinsichtlich Krankheitsschwere, -verlauf und Organbeteiligung. Die im Weiteren genannten Krankheitssymptome und Komplikationen treffen also nicht auf alle Patienten gleichermaßen zu und können durch den Einsatz von Therapien gemildert werden.

Merkmale

Äußerlich sind Kinder und Erwachsene mit ML III meist wenig auffällig. Teilweise haben sie leicht grobe Gesichtszüge und das Zahnfleisch kann ein wenig verdickt sein. Manchmal sind die Körperproportionen verändert und die Patienten vergleichsweise klein.

Das Herz kann von der Erkrankung betroffen sein. Meistens sind in diesem Fall die Herzklappen verdickt. Das hat jedoch keine wesentliche Bedeutung für den Blutfluss.

Die Augen sind oftmals durch eine Hornhauttrübung betroffen. Dies führt zu einer Einschränkung des Sehvermögens und erhöhter Lichtempfindlichkeit. Eine Hornhauttransplantation kann die Situation verbessern. Manche Kinder entwickeln eine Weitsichtigkeit mit Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) oder der Sehnerv weist Veränderungen auf. Es ist daher wichtig, die Sehfähigkeit regelmäßig zu kontrollieren.

ML III kann sich zudem auf das Skelettsystem auswirken. Skoliosen, also seitliche Verbiegungen der Wirbelsäule, sind besonders häufig. Der zweite Halswirbel ist oft schlecht ausgebildet. Das führt dazu, dass die Halswirbelsäule nicht stabil ist und die Gefahr besteht, dass das Rückenmark gequetscht wird. Vor allem bei sportlichen Aktivitäten, aber auch bei Narkosen ist deswegen Vorsicht geboten. Mild betroffene Patienten können eine Hüftdysplasie und Veränderungen der Wirbelkörper aufweisen. Häufig werden die Gelenke mit fortlaufenden Alter immer steifer, was als rheumatische Erkrankung fehlgedeutet werden kann.

Viele ML-III-Patienten leiden zudem unter dem Karpaltunnelsyndrom, dabei ist ein bestimmter Nerv im Handgelenksbereich eingeengt und es kommt zu schmerzenden oder kribbelnden Fingern. Bei einem Karpaltunnelsyndrom sollte immer operiert werden. Bei dem kleinen Eingriff wird das überschüssige Gewebe, das auf den Nerv drückt, entfernt.

 

Therapien

ML sind nach heutigem Stand der Forschung nicht heilbar, können durch verschiedene Therapien aber wesentlich gemildert werden.

Die Behandlung von ML III ist zurzeit rein symptomorientiert. Kausale Therapien stehen zurzeit noch nicht zur Verfügung. Detaillierte Informationen finden Sie unter Therapien.

Umfassende Informationen zur ML III erhalten Sie in unserer Broschüre.

Alpha-Mannosidose

Bei Patienten mit Alpha-Mannosidose kann durch eine Genmutation das Enzym Alpha-Mannosidase nicht ausreichend oder gar nicht produziert werden. Die Alpha-Mannosidase ist für den Abbau von Mannose-reichen Oligosacchariden zuständig. Oligosaccharide sind Zuckerketten, die aus mehreren gleichen oder verschiedenen Einfachzuckern bestehen. Durch den Enzymmangel können bestimmte Oligosaccharide, nämlich diejenigen, die den Einfachzucker Mannose (kommt von „Manna“, dem biblischen Himmelsbrot) enthalten, nicht vollständig abgebaut und weiterverwendet werden. Sie lagern sich stattdessen in den Organen und Geweben des Körpers ab und führen dort zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Schädigung. Viele Organe können davon betroffen sein, vor allem das Gehirn, das Gehör, das Skelettsystem und die Augen. Man spricht deshalb auch von einer „Multisystemerkrankung“. Trotzdem kann die Erkrankung sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Die im Weiteren genannten Krankheitssymptome und Komplikationen treffen also nicht auf alle Patienten gleichermaßen zu und können durch den Einsatz von Therapien gemildert werden.

Merkmale

Viele Alpha-Mannosidose-Patienten haben ein typisches Aussehen. Der Kopf ist häufig groß, der Hals eher kurz und die Gesichtszüge vergröbert. Auffällig sind die vorstehende Stirn, eine tiefliegende Nasenwurzel, weit auseinander stehende Zähne und eine leicht vergrößerte Zunge. Das typische Aussehen kann sich erst im Verlauf der Erkrankung entwickeln und sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Patienten mit einer Alpha-Mannosidose haben in der Regel ein normales Wachstum und eine normale Körpergröße.

Die Beteiligung des Gehirns ist bei Patienten mit einer Alpha-Mannosidose sehr variabel. Meist besteht bereits im Kleinkindalter eine Verlangsamung der motorischen und geistigen Entwicklung. Auffällig ist eine Koordinationsstörung mit einem unsicheren Gangbild und eine Beeinträchtigung der Feinmotorik. Die Sprachentwicklung ist meist verzögert und der Wortschatz überwiegend begrenzt. Die Aussprache ist in unterschiedlichem Maße undeutlich. Dies ist auch durch eine früh beginnende Hörstörung bedingt. Fast alle Menschen mit Alpha-Mannosidose weisen eine Intelligenzminderung auf.

Ein Teil der Patienten kann im Jugend- oder Erwachsenenalter psychiatrische Symptome entwickeln. Dazu gehören v. a. Angststörungen oder Depressionen. Aber auch Verwirrtheitszustände, Halluzinationen oder aggressive Verhaltensstörungen können auftreten. Diese Symptome können aufgrund der geistigen Einschränkungen der Patienten von den Angehörigen und Mitmenschen verkannt werden, weshalb besonders auf solche Zeichen geachtet werden soll. Je nach Schwere der Symptome kann eine Behandlung mit Psychopharmaka indiziert sein.

Die Augen können bei Alpha-Mannosidose-Patienten verschiedene Veränderungen aufweisen. Dazu gehören eine Weit- oder Kurzsichtigkeit, Schielen, Hornhaut- oder Linsentrübung. Es kann sich eine Optikusatrophie entwickeln, d.h. ein Schwund des Sehnervs. Eine Netzhautschädigung wurde ebenfalls bei Alpha-Mannosidose-Patienten beobachtet. Die Optikusatrophie und Netzhautschäden können so schwerwiegend sein, dass sie in Einzelfällen zur Erblindung führen. Es ist daher sehr wichtig, dass Alpha-Mannosidose-Patienten frühzeitig und regelmäßig augenärztlich untersucht werden, um gegebenenfalls therapeutische Maßnahmen einzuleiten.

Das häufigste Erstsymptom bei Kindern mit Alpha-Mannosidose ist die Hörstörung. Dabei handelt es sich meist um eine kombinierte Hörstörung aus einer Schallleitungs- und Schallempfindungsstörung. Die Hörstörung ist bedingt durch immer wiederkehrende oder chronische Mittelohrentzündungen und durch Knochen- und Weichteilveränderungen, die zu einem Verschluss der Ohrtrompete, dem Verbindungsgang zwischen Mittelohr und Nasen-Rachen-Raum, führen. Mittelohrentzündungen sind bei Kindern mit Alpha-Mannosidose sehr häufig und können äußerst schmerzhaft sein. Langfristig können sie zu einem Paukenerguss (Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell) führen. Um immer wiederkehrende Mittelohrentzündungen zu verhindern, ist eine Parazentese möglich: Der Arzt macht einen kleinen Schnitt ins Trommelfell, sodass die Flüssigkeit abfließen und der erhöhte Druck vermindert werden kann. In das Trommelfell wird dann ein Paukenröhrchen eingesetzt, damit die Flüssigkeit konstant aus dem Mittelohr nach außen abfließen kann.

Menschen mit Alpha-Mannosidose haben häufig Infekte der Atemwege, vor allem im Kindesalter. So können sie – vor allem in den Wintermonaten – unter chronischem Schnupfen und Bronchitiden leiden. Auch insgesamt neigen an Alpha-Mannosidose Erkrankte zu häufigen Infekten, haben also ein schwaches Immunsystem. Dies sollte auch im Zusammenhang mit Operationen und einer Neigung zu Wundinfektionen beachtet werden.

Das Herz ist erfreulicherweise bei Alpha-Mannosidose-Patienten kaum betroffen. Bei wenigen Patienten wurden Herzklappenveränderungen festgestellt, ohne wesentliche Beeinträchtigung der Herzfunktion.

Regelmäßige Zahnpflege und Kontrollbesuche beim Zahnarzt sind wichtig, um Karies zu verhindern. Das gilt generell, besonders aber bei Menschen mit Alpha-Mannosidose. Karies stellt ein häufiges Problem dar. Es ist daher sehr wichtig diesem durch eine gute Zahnhygiene vorzubeugen.

Auch im Skelettsystem lagern sich nicht abgebaute Oligosaccharide ab, mit weitreichenden Folgen. Hinter dem Fachjargon „Dysostosis multiplex“ verbirgt sich eine Knochenbildungsstörung, die das komplette Skelett betrifft und auch das Aussehen beeinflusst. Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose) und Brustbeinverformungen gehören zu den häufigsten skelettalen Veränderungen bei Alpha-Mannosidose-Patienten. Die Wirbelkörper können verformt sein, es kann zu Wirbelgleiten kommen, das heißt, dass die Wirbelkörper gegeneinander verschoben werden. Dies verursacht häufig Rückenschmerzen. Wenn Gleitwirbel auf Nerven drücken, kann es zu Gefühlsstörungen oder Lähmungen kommen. Ein großer Kopf, eine eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit und X-Beine sind weitere Skelettveränderungen, die bei Alpha-Mannosidose vorkommen können. Eine leichte Muskelschwäche kann sich bereits im Kindesalter zeigen oder sich erst im späteren Krankheitsverlauf entwickeln. Eine Hüftdysplasie, das heißt eine Fehlstellung und Störung der Verknöcherung des Hüftgelenkes, kommt ebenfalls bei Menschen mit Alpha-Mannosidose vor. Eine Coxarthrose, ein Hüftgelenkverschleiß, ist eine Spätfolge der Hüftdysplasie. Die Coxarthrose kann sehr schmerzhaft sein und zur Immobilität führen.

 

Therapien

Die Alpha-Mannosidose ist nach heutigem Stand der Forschung nicht heilbar, kann durch verschiedene Therapien aber wesentlich gemildert werden.

Für Alpha-Mannosidose steht als kausale Behandlungsmethode die Enzymersatztherapie zur Verfügung. Detaillierte Informationen finden Sie unter Therapien.

Umfassende Informationen zur Alpha-Mannosidose erhalten Sie in unserer Broschüre.

Lysosomale Erkrankungen

Zur Gruppe der lysosomalen Speicherkrankheiten (LSD) gehören insgesamt ca. 45 verschiedene Erkrankungen. Die Gesamthäufigkeit aller lysosomalen Speicherkrankheiten liegt bei etwa 1 auf 7500 – 8000 Neugeburten.