Narkoseverfahren

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Vollnarkose
Viele operative Eingriffe oder Untersuchungen können nur in Vollnarkose durchgeführt werden. Bei Patienten mit zu erwartenden Beatmungsschwierigkeiten sollte schon vor der Narkoseeinleitung ein intravenöser Zugang gelegt werden. Eventuell auftretende Probleme können hierüber besser und schneller mit Medikamenten behandelt werden. Ein intravenöser Zugang kann schon am Vortag auf der Station oder aber auch nach entsprechender Prämedikation mit beruhigenden Medikamenten direkt vor der Narkose angelegt werden. Bei Kindern, bei denen keine Beatmungsprobleme bekannt sind, kann die Narkoseeinleitung unter Umständen auch mit Narkosedämpfen über eine Gesichtsmaske erfolgen. Der für eine Vollnarkose notwendige intravenöse Zugang wird in diesem Fall erst nach dem Einschlafen gelegt.
Da eine Vollnarkose immer mit einem Verlust der eigenen Atmung verbunden ist, muss die Beatmung für diese Zeit von einer Beatmungsmaschine übernommen werden. Zur Beatmung stehen prinzipiell drei verschiedene Verfahren zur Verfügung: die Gesichtsmaske, die Kehlkopfmaske (Larynxmaske) und ein Beatmungsschlauch (Tubus).
Während eine Beatmung über eine Gesichtsmaske und auch das Einführen des Tubus bei ML- wie auch bei MPS-Kindern häufig mit Problemen verbunden ist, ist eine Beatmung über eine Larynxmaske je nach MPS- bzw. ML-Typ oft problemlos möglich. Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine Reihe von chirurgischen oder diagnostischen Eingriffen, bei denen die Larynxmaske nicht angewendet werden kann und die Patienten daher mit einem Tubus beatmet werden müssen.
Einige wenige, sehr kurze Eingriffe können auch in einer sogenannten Analgosedierung durchgeführt werden. Das bedeutet, das Kind wird nur in einen oberflächlichen Schlaf mit erhaltener Eigenatmung versetzt.

Regionalanästhesie
Operative Eingriffe an den Armen oder Beinen können bei älteren Kindern häufig auch in Regionalanästhesie durchgeführt werden. Bei einer Regionalanästhesie wird nur der Körperteil betäubt, der auch operiert wird. Das Bewusstsein und die Eigenatmung bleiben erhalten. Sollte der operative Eingriff in Regionalanästhesie durchführbar sein, so sollte diese Form der Anästhesie genutzt werden.
Dies gilt insbesondere bei Patienten mit bekannten schwierigen Atemwegen oder sonstigen zu erwartenden Beatmungsproblemen, da hierbei eine Beatmung nicht notwendig ist. Nutzen Sie die Narkosevoruntersuchung, um mit dem Anästhesisten zu klären, ob eine Regionalanästhesie für ihr Kind in Frage kommt.
Während des Prämedikationsgespräches wird Ihnen der Anästhesist gerne erläutern, welches Verfahren bei Ihrem Kind aus welchen Gründen erforderlich ist.
 

Autoren:
PD Dr. med. W. Alexander Osthaus,
Dr. C. Liebeneiner
(Medizinische Hochschule Hannover)

Letztes Update: 2010


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